Record Release Party - P:lot, Cho-Jin, Capricorn und Stigma (09.10.2004) -by Chainz-

4 neue Sterne scheinen am Rock- und Pophimmel aufzutauchen. Ob sie auch hell leuchten werden? Ich denke, die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht. Aber der Reihe nach: Es ist der 9.Oktober 2004. In Meerbusch steht eine Record Release Party an. Das Label dahinter? „Goldene Zeiten“...das noch relativ unbekannte Label von dem ehemaligen Toten Hosen-Drummer Wölli, der sich zum Ziel gesetzt hat, deutsche Nachwuchsbands groß rauszubringen. Die Bands? P:lot, Cho-Jin, Capricorn und Stigma.

Um 18 Uhr mache ich mich also mit 2 Freunden auf den Weg nach Meerbusch, ein Ort, den ich bislang höchstens vom Hören kannte. Und die Anfahrt gestaltete sich auch schwerer wie geplant. Bis Meerbusch klappte alles super, aber ab da versagte der ausgedruckte Routenplaner von Map24, da er uns in die falsche Richtung schickte. Also waren wir auf die netten Bürger von Meerbusch angewiesen. Leider wurden wir von jeder dieser Personen neu in die Irre geführt...naja, zumindest wenn wir überhaupt eine Antwort bekamen und Leute nicht so taten, als wären sie taubstumm. An einer Tankstelle hatten wir dann letztlich doch Glück, da die Fluxus-Halle direkt in der Straße dahinter zu finden war...allerdings schienen mehrere Besucher Probleme zu haben, da die Frau an der Tankstelle schon ernsthaft in Erwägung zog, einen Pfeil Richtung Fluxus-Halle an die Tür des Tankstellen-Shops zu hängen.

Record Release Party - P:lot, Cho-Jin, Capricorn und Stigma (09.10.2004)
Nun waren wir also nach 1 ¾ Stunden angekommen. Was würde uns dort erwarten? Etwa wieder eine Halle wie den Tag zuvor beim Stigma-Konzert in Köln, wo man sich Sorgen machen musste, dass sie nicht irgendwann einstürzte? Definitiv erwartete uns etwas anderes. Die Fluxus-Halle erwies sich als sehr schöne Location, die optimal für eine Release-Party war. Nette Beleuchtung und sehr geräumig...was natürlich auch für die älteren Herrschaften, die die Party besuchten, vom Vorteil war. Nachdem wir ein wenig durch die Halle gingen, besorgten sich ein Freund und ich gleich mal das neue Stigma-Album „Ewig Im Moment“, welches es bei der Release-Party knapp 1 Monat vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin zu kaufen gab. Da es so schien, als würde der Start der Veranstaltung sich noch etwas verzögern, gingen wir zurück zum Auto, um es erstens näher an der Halle zu parken und zweitens natürlich um in die neu erworbene CD reinzuhören.

Nach 15 Minuten gingen wir dann zurück in die Halle, wo der Soundcheck von P:lot schon lief. Kurz darauf enterte dann auch der Label-Chef Wölli die Bühne, um seine erste Band anzukündigen. Naja, zu P:lot kann ich eigentlich nicht viel sagen. Am Anfang fand ich das Konzert gar nicht mal schlecht. Ruhiger Alternative-Rock eben, den man sich anhören kann, aber über den nicht viel diskutiert werden muss. Mit der Zeit wurd die Band auch immer langweiliger, da kaum neue Aspekte in deren Musik hervortraten. Potential hat die Band auf jeden Fall, aber dieses muss meiner Meinung nach noch deutlich ausgebaut werden. Immerhin haben sie aber schon ihren eigenen Fanclub mitgebracht...scheinen also doch schon Leute mit ihrer Musik begeistern zu können.

Als nächste Band stand Cho-Jin auf dem Plan, die mit Abstand härteste Band dieses Abends. Ich hatte die Band schon vor einigen Monaten im Vorprogramm von Fidget in Hagen gesehen und fand sie damals schon klasse, auch wenn die Leute dort eher zurückhaltend auf Cho-Jin reagierten. Anders am Tage der Release-Party. OK, es brauchte erst mal 2-3 Songs, bis die Leute im Publikum warm wurden, aber ab da ging es richtig ab. Pogo, Crowdsurfer, Stagediver (selbst der Sänger)...alles wurde geboten. Von der Stilrichtung her sind Cho-Jin in meinen Augen recht schwer einzuschätzen. Es ist irgendwie ein Mix aus Crossover, Nu-Metal und dem momentan so angesagten Metalcore. Auf jeden Fall eine Band denen ich gute Aussichten für die Zukunft bescheinige. Freunde der etwas härteren Gangart werden mit dieser charismatischen Band ihre Freude haben.

Nach dem Konzert waren wir schon so fertig, dass wir zurück zum Auto gingen und merkten, dass wir kaum noch was hören konnten, da die beiden Konzerte doch recht laut in den ersten Reihen waren. Vor dem Auto setzten wir uns erst mal auf den Boden und relaxten ein wenig... schließlich standen noch 2 Bands an, für die man gegebenenfalls noch etwas Energie brauchte.

Record Release Party - P:lot, Cho-Jin, Capricorn und Stigma (09.10.2004)
Zu Capricorn kamen wir dann etwas zu spät in die Halle, da wir uns nicht allzu viel von der Band erwarteten. Aber manchmal kommt es anders wie man denkt. Mit ihrem kurzweiligen Auftritt voll von melancholischen, aber ebenso vielen druckvollen Songs bewegten sie doch einige Leute zum tanzen und springen. Ich denke, auch diese Band hat im Alternative Rock-Sektor noch Chancen viel, viel größer als jetzt zu werden. Einziger Tiefpunkt war in meinen Augen der letzte Song. Total ruhig, schon fast an Sigur Rós oder Radiohead erinnernd, aber mit der Zeit doch etwas nervig, da er einfach nicht aufzuhören schien. Normalerweise hab ich mit anspruchsvoller ruhiger Musik ja keine Probleme, aber es war immerhin schon kurz vor Mitternacht und man schon dementsprechend etwas müde und kaputt.

Vor dem Headliner Stigma leerte sich dann, wie auch schon am Vortag, als sie in Köln Headliner waren, die Halle merklich, was schade ist, aber leider auch verständlich, da vor allem die Jugendlichen ja noch auf Busse und Bahnen angewiesen sind. Trotz allem legten Stigma, die auf deutsche Texte gemixt mit feiner Alternative Rock-Musik der etwas härteren Gangart setzen, wie eigentlich immer, einen energischen Auftritt hin. Bei „Lethargie“ fanden sich dann doch noch ein paar Menschen, die auch ihre letzten Energien noch verbrauchen wollten und einen noch härteren Pogokreis erzeugten wie bei Cho-Jin. Den Rest des Auftritts war es dann doch eher ruhig im Publikum, mal abgesehen von den paar angereisten Stigma-Fans, die ihre Band abfeierten. Aber auch dem Rest des Publikums schien die Show zu gefallen, da die Band nach dem eigentlichen Ende ihrer Show noch 2x zurückkommen musste, da die „Zugabe, Zugabe“-Rufe nicht aufhörten. Sänger Marcus erzählte noch, dass dies das erste Mal wäre, dass sie gleich 2x zurück auf die Bühne durften und bedankte sich gleichzeitig bei den noch anwesenden Gästen. Leider wurde das Lied „Anger“ trotz mehrfachen Zurufen aus dem Publikum nicht mehr gespielt. Trotz ein paar Schwierigkeiten mit dem Sound war dies wieder ein gelungener Auftritt von dieser sympathischen Band, die auch das Zeug hat, ganz groß rauszukommen.

Record Release Party - P:lot, Cho-Jin, Capricorn und Stigma (09.10.2004)
Als Fazit kann man sagen, dass dies ein sehr gelungener Abend mit 3 guten bis sehr guten Bands und einer durchschnittlichen Band mit Potential war. Zudem beeindruckte mich die Menschlichkeit, die anscheinend in diesem Label an vorderster Stelle steht. Im Dezember werden diese vier Bands erneut eine Tour zusammen spielen. Wenn ihr also Zeit habt einen Abend in NRW zu verbringen, solltet ihr euch das nicht entgehen lassen. Hier die einzelnen Tourdaten:

08.12. Bochum – Zwischenfall
11.12. Düsseldorf – Stone (Ratinger Hof)
12.12. Köln – MTC

Zum Abschluss noch die HPs der einzelnen Bands, damit ihr euch auch einen besseren Eindruck von der Musik der Bands verschaffen könnt:

www.join-stigma.de
www.capricornhome.de
www.cho-jin.de
www.pilotmusik.de

hinzugefügt: November 13th 2004
Tester: Chainz