Rock am Ring 2007 Bericht -by Chainz-

Freitag, 01.06.2007

Direkt nach der Berufsschule, die zum Glück freitags nur 4 Stunden geht, machte ich mich auf den Weg nach Bonn zu Frank, Nici und Marloff, um diese dort abzuholen und dann Richtung Nürburgring zu fahren. Zunächst mussten aber noch einige Sachen eingepackt bzw. eingekauft werden, sodass wir ca. um 15 Uhr losfuhren. Da Nici bereits am Mittwoch 2 Autoaufkleber für den Parkplatz A1 geholt hatte, hatten wir auch wieder einen guten Parkplatz für die nächsten 3 Tage und mussten nicht auf einen der extra am Freitag noch eröffneten Zusatzparkplätze am Ende der Welt ausweichen. So, nachdem das Auto erfolgreich in die Parklücke geschoben wurde, da es den Hügel bei all dem Matsch nicht hochkam, besorgten wir uns unsere tollen IKEA-Bändchen (blaue Bändchen mit gelber Schrift) und liefen dann zum Haupteingang, wo wir direkt von 90000 The Hives-Fans begrüßt wurden (naja, genau genommen waren es 2 oder 3 Fans… aber den Unterschied kennt der Sänger der Band ja auch nicht *g*). Zunächst wurden noch Ohrstöpsel für eine Bekannte von Frank gekauft, die am Bierstand in der Nähe der Center Stage arbeitete. Da wir uns als erste interessante Band The Used rausgepickt hatten, die wir uns ansehen wollten, bot es sich an, die Stöpsel dann direkt am Stand vorbeizubringen. Aber schon auf dem Weg Richtung Center merkte ich, dass The Used meiner Ansicht nach live nichts taugen, weshalb wir uns dann nach 1-2 Lieder aufmachten zum neuen Coca Cola Club Tent, welches dieses Jahr meine geliebte Club Stage ablöste. Schon auf dem Weg Richtung Zelt fiel mir die unheimliche Hässlichkeit dieses Zeltes auf. Aber dem nicht genug. Der Einlass- sowie Ausgangsbereich waren dermaßen klein, dass sich die Leute zumindest am Ausgang teilweise nur rausquetschten. Am Eingang geschah dies nicht, da es dort erneute Kontrollen gab, was man in seinen Rucksäcken hatte. Verstanden habe ich diese Aktion bis zum Ende des Festivals nicht, da man ja bereits am Haupteingang schon kontrolliert wurde.

Silverstein

Im Zelt angekommen fiel mir zunächst die extrem stickige Luft auf, die natürlich dafür sorgte, dass man ordentlich schwitzte, da man zum einen sehr warm angezogen war, weil es draußen nicht gerade sommerlich warm war und zum anderen weil das Zelt gut gefüllt war, was einerseits am Regen gelegen haben mag und andererseits an der Band Silverstein, die als nächstes auf dem Programmzettel stand. Wir schauten uns die Band von etwas weiter hinten an, aber sie konnten mich auf jeden Fall voll und ganz überzeugen. Leider lenkte mich aber doch noch der Frust über das neu geschaffene Zelt etwas von der Show ab. Werde mir die Band wohl nochmals irgendwann in nem richtigen Club anschauen. Beim letzten Lied machten wir uns schon wieder auf den Weg Richtung Ausgang, da ich schnell zur Alterna Stage wechseln musste, da es dort an der Zeit für Gipsy Punk war.

Gogol Bordello

Ich hatte diese Band bereits im Rahmen der Antidote-Tour im letzten Jahr in Köln mit Marloff zusammen gesehen und mich hat die Band dort echt überrascht, da sie die ganze Halle zum brodeln brachte, obwohl der eigentliche Headliner ja Danko Jones war. Also entschied ich mich, mir die Party auch am Ring nicht entgehen zu lassen. Da es noch sehr leer war vor der Alterna, ging ich in den Bereich vor dem Wellenbrecher und stellte mich auch recht mittig hin. Aufgrund des Regens war allerdings vor der Alterna auch alles nur noch voll Matsch, weshalb ich mich zunächst dazu entschied, mich nicht großartig zu bewegen. Dieses Vorhaben wurde aber spätestens bei den ersten Tönen von „Start Wearing Purple“ über den Haufen geworfen und ich fand mich auch springend und tanzend vor der Bühne wieder. Meine Schuhe und meine Hose sahen danach zwar so aus wie nach dem Open Air in Essen-Werden am Montag davor, aber das war mir zu dem Zeitpunkt doch herzlich egal. Trotz guter Show muss ich aber doch sagen, dass mir der Auftritt in der Live Music Hall letztes Jahr noch einen Tick besser gefallen hat.

Billy Talent

Nachdem das Zelt und die Alterna also schon besucht worden waren, ging es wieder zurück zur Center Stage, wo ich mich eigentlich wieder mit Nici und Frank verabredet hatte, um gemeinsam Billy Talent anzuschauen. Da es allerdings am Freitag zu erheblichen Verzögerungen bei dem SMS-Empfang kam und Anrufen nahezu unmöglich war, haben wir uns vor Billy Talent nicht mehr getroffen und so bahnte ich mir alleine den Weg nach vorne, da ich mich auf die Band ebenfalls schon sehr gefreut hatte. Leider stellte ich sehr schnell fest, dass es dieses Jahr am Ring doch deutlich voller war als noch die letzten Jahre, was dazu führte, dass es nur noch ein einziges Gedränge nach vorne gab. Ich hatte teilweise echt Befürchtungen, dass es zu einem ähnlichen Chaos wie bei Pearl Jam in Roskilde damals kommen würde, aber anscheinend ist ja nichts weiter passiert. Trotzdem hab ich einige Mädels gesehen, die mit Heulkrämpfen wieder probierten, weiter nach hinten zu gelangen. Zum Konzert selber kann ich eigentlich nur sagen, dass es mir eigentlich richtig gut gefallen hat, auch wenn einige der Songs nicht so der Reißer live waren. Aber „Red Flag“ war dann auf jeden Fall noch ein super Abschluss für den Gig und ist sicherlich ein Lied, das auch noch in vielen Jahren in den Discos rauf- und runtergespielt werden wird.

Muse

Auch den Rest des Abends sollte ich vor der Center Stage verbringen. Zunächst versorgte ich mich aber noch mit dem üblichen Fast Food und ner Fanta und stellte mich dann bei Muse ziemlich weit nach hinten. Da ich mir Muse im Hellen und zudem auf so einer großen Bühne nicht so wirklich vorstellen konnte, war ich doch recht gespannt auf den Gig. Zunächst muss ich sagen, dass ich doch etwas gelangweilt vom Anfang des Konzertes war. Dies änderte sich aber schnell, als Muse die bekannten Klassiker wie „New Born“ oder „Plug In Baby“ spielten. Die Lichtshow auf der Bühne wusste auch zu gefallen, wäre aber natürlich noch 10x so gut zur Geltung gekommen, wenn Muse im Dunkeln hätten spielen dürfen. Trotz allem ein guter Gig und ich hab es nicht bereut vor der Center geblieben zu sein. Da das Konzert allerdings recht kurz war entschied ich mich wieder Richtung Club Tent zu gehen, wo sich die anderen 3 gerade Disco Ensemble anschauten. Zwischendurch machten wir per SMS aus, dass wir uns um 22 Uhr vor dem Zelt treffen würden. Als ich am Zelt ankam war ich dann allerdings doch erstaunt, dass dieses ziemlich leer war und trotzdem rund 100 Leute vor dem Eingang nicht mehr reingelassen wurden. Und dafür zahlt man dann 125,00 Euro Eintritt…naja. Frank und Nici kamen dann aber auch pünktlich um 22 Uhr raus und bestätigten meinen Eindruck, dass es noch sehr leer im Zelt war. Wir gingen wieder zur Center Stage, um den Headliner des Freitags anzuschauen.

Linkin Park

Auch hier merkte man wieder deutlich, dass es am Ring voller war als noch die Jahre zuvor. Wir hatten zunächst einen ziemlich schlechten Platz meiner Ansicht nach, weshalb ich mich dazu entschied, mich doch noch alleine etwas weiter nach vorne zu kämpfen, was allerdings auch nicht der größte Erfolg wurde. Immerhin stand ich aber mittig etwas hinter den zweiten Leinwänden, sodass ich einerseits die Bühne aus der Ferne sehen konnte oder ansonsten das Geschehen auf der Leinwand verfolgte. Alles in allem war es ein solider Auftritt, der allerdings bei weitem nicht an den Auftritt vom Terremoto 2003 heranreichte. Es fehlte einfach ein wenig Härte bzw. Dynamik im Set, da viele Songs von der ruhigeren neuen CD gespielt wurden und dafür Kracher wie „Runaway“ oder „A Place For My Head“ aus der Setliste verschwanden.

Nach Linkin Park trafen wir uns alle wieder an der Boxengasse 33 und entschieden uns endgültig Enter Shikari, die 2 Stunden später noch im Zelt auftreten sollten, nicht mehr anzuschauen, da die Bands dazwischen (White Stripes und The Sounds) uns gar nicht vom Hocker hauten. Also lieferten wir noch schnell nen Kasten Bier und Ravioli bei Freunden von Frank auf C6 ab und fuhren dann zurück nach Bonn, wo ich gegen 3 Uhr todmüde auf Marloffs Couch einschlief.

Samstag, 02.06.2007

Nach einem reichhaltigen Frühstück, bestehend aus einem Joghurt und Speed (nicht das, was ihr schon wieder denkt… *g*) machten sich Marloff und ich gut ausgeschlafen um 13:00 Uhr auf den Weg um zunächst Frank und Nici aufzusammeln und von dort aus wieder zum Ring zu fahren zum, vom Papier her, vermeintlich stärksten Festivaltag für uns alle. Zunächst war geplant sich als erste Band Bloodsimple um 15:00 Uhr auf der Alterna Stage anzuschauen, allerdings wurde dieser Plan auf dem Gelände direkt über den Haufen geworfen, da wir eh nicht viel von ihnen gesehen hätten, da um 15:25 Uhr bereits die nächste Band auf der Center spielte, die wir in unseren persönlichen Listen markiert hatten.

30 Seconds To Mars

Die Band rund um Schauspieler und Frontmann Jared Leto hatte ich leider im Januar diesen Jahres nicht sehen können. Umso mehr freute ich mich, als ich hörte, dass sie auch zum Ring kommen würden, da mir das Album sehr gut gefällt. Leider muss ich sagen, dass der Auftritt von der Band eher als eine der wenigen Enttäuschungen von RaR 2007 für mich zählt, da Jared Leto doch einige Töne extrem versemmelte und auch ansonsten bei mir der Funken kein Stück übersprang. Einziges Highlight war eigentlich, als Jared Leto den Mast der Bühne bis oben hin hochkletterte und von dort aus, teilweise einhändig, weiter sang. Ich hatte schon die Schlagzeile in der Bild Am Sonntag vor meinen Augen: „Übermutiger Schauspieler stirbt bei Rockfestival…und tausende Emo-Blagen ritzen sich daraufhin ihre Pulsadern auf“. Naja, ist ja noch mal alles gut gegangen. Nach dem Auftritt war eigentlich geplant, sich noch den Rest von Lamb Of God anzuschauen, allerdings entschieden wir uns doch noch etwas vor der Center zu bleiben, da wir wohl eh nicht mehr viel mitbekommen hätten. Erst zum Beginn von Wolfmother wechselten wir dann, abgesehen von Marloff, rüber zur Alterna.

From Autumn To Ashes

Auf die Band war ich auch sehr gespannt, da ich die alten Alben richtig gut finde, allerdings hörte, dass der neue Sänger dem alten bei weitem nicht das Wasser reichen könnte. Da der Tag noch sehr anstrengend werden würde, setzten wir uns hin und schauten uns die Band hinter dem Wellenbrecher entspannt an. Frank und Nici gingen allerdings gleich nach 1-2 Lieder wieder, um die Killswitch Engage-Autogrammstunde am Metal Hammer-Stand nicht zu verpassen. Ich entschied mich doch an der Bühne zu bleiben und den Rest des Auftritts zu verfolgen, da der Sänger bei weitem nicht so schlecht war, wie er im Vorfeld von einigen gemacht wurde. Zum Abschluss spielten sie ihren bekanntesten Song „The After Dinner Payback“ und heizten damit schon mal ordentlich die Fans auf die folgenden Bands ein.

Papa Roach

Nach kurzer Stärkung in Form von einem Crepes (mein Hauptnahrungsmittel während der 3 Tage) traf ich mich wieder mit Frank und Nici und wir gingen schon mal vorne in den Brecher um für Killswitch einen guten Platz zu haben. Mein Interesse an Papa Roach ist über die letzten Jahre immer mehr geschwunden, obwohl es eigentlich gerade jene waren, die mich mit dem „Infest“-Album wieder richtig zur Rockmusik gebracht haben. Aber die darauf folgenden Alben waren alle nicht nach meinem Geschmack und somit wurd die Band auch nur als Lückenfüller angesehen. Und begeistert hat mich der Auftritt wahrlich nicht. Zwar agiert Coby immer noch sehr viel auf der Bühne, aber trotzdem stellte sich bei mir nach 10 Minuten richtige Langeweile ein. Da halfen dann auch alte Songs wie „Broken Home“ oder „Last Resort“ nichts mehr. Trotz allem schien der Auftritt richtig vielen zu gefallen und an der Menschenmasse, die hinterher den Brecher verließ und uns fast mit rausspülte, konnte man gut erkennen, dass sie immer noch viele Fans haben.

Killswitch Engage

Nun folgte das Highlight der ganzen 3 Tage für Frank, Nici und mich. Auch wenn die Band wieder ohne Gitarrist Adam D. nach Deutschland gereist war, merkte man ihnen wieder deutlich die Spielfreude an, die sie so auszeichnet. Ob man Sänger Howard Jones wohl auch mal irgendwann ohne ein Lächeln im Gesicht sieht? Frank und ich machten uns beim ersten Song auf jeden Fall auf Richtung Moshpit, während Nici weiter hinten mit all unseren Sachen stehen blieb. (danke nochmals dafür!!!) Was soll ich groß zu dem Auftritt sagen? Es war einfach, wie immer bei KSE, sehr genial. Die Setlist passte, die Stimmung war gut und die Band war, wie bereits geschrieben, bestens aufgelegt. Zu „Rose Of Sharyn“ rastete dann die gesamte Meute aus und links neben mir gab es einen Circle Pit, während rechts von mir eine Wall Of Death organisiert wurde, zu der ich natürlich nicht Nein sagte. ;-) Gegen Ende des Sets setzte dann noch ein ordentlicher Regenschauer ein, der aber von den meisten wohlwollend aufgenommen wurde, da eine Abkühlung dringend Not tat. Die letzten beiden Überkracher „The End Of Heartache“ und „My Last Serenade“ wurden dann natürlich aus hunderten bis tausenden Kehlen mitgesungen und so endete dann mein persönliches Highlight von Rock am Ring 2007.

Beatsteaks

Viel Zeit zum Verschnaufen blieb danach allerdings nicht, da kurz darauf die Beatsteaks schon auf der Center ihr Konzert spielen sollten und Nici und ich die auf keinen Fall verpassen wollten. Leider stellten wir sehr schnell fest, dass wir nicht die einzigen waren, die die Band sehen wollten, sodass wir zu dem Zeitpunkt unseres Eintreffens nur noch einen recht schlechten Platz ergattern konnten. Leider kam durch den Platz und die schlechte Akustik, die dort herrschte, nicht so richtig der Beatsteaks-Flair zu uns rüber, weshalb wir uns dann nach knapp 10 Liedern doch entschieden, Beatsteaks Beatsteaks sein zu lassen und lieber wieder zur Alterna zu gehen. Auf dem Weg dorthin spielten sie dann mein Lieblingslied „Summer“, was mich dann doch noch etwas ärgerte. Aber die Band wird auf jeden Fall im kleineren Rahmen nochmals in nächster Zeit angeschaut von mir.

Stone Sour

Wir trafen an der Alterna wieder Frank vor dem Wellenbrecher an, dem der Auftritt von Type O Negative in der Zwischenzeit wohl sehr gut gefallen hatte. Als nächstes stand die Zweitband (wenn man überhaupt noch davon sprechen kann) von Slipknot- und inzwischen auch Anthrax-Sänger Corey Taylor auf dem Programm. Wir hatten die Band bereits in der Live Music Hall dieses Jahr gesehen, wo sie einen guten Gig spielten, der mich aber nicht zu Begeisterungsstürmen veranlasste. Der Auftritt bei Rock am Ring dagegen gefiel mir nochmals deutlich besser, auch wenn wir etwas abseits standen. Corey war aber wie immer gut drauf und auch die Songauswahl passte, wobei ich es schade fand, dass „Bother“ nicht gespielt wurde. Aber Corey hatte ja laut eigener Aussage schon Angst „Through Glass“ auf einem Metal-Festival zu spielen. (Anm. an Corey: Rock am Ring ist KEIN Metal-Festival ;-) )

Machine Head

Nun stand die, zumindest im Vorfeld, schwerste Entscheidung der 3 Tage für mich an: Machine *****in’ Head oder die reunionierten Smashing Pumpkins? Aufgrund der viel zu vollen Centerstage am Freitag hatte ich aber spätestens da die Entscheidung gefasst mir doch Machine Head auf jeden Fall zu geben. Während Frank und Nici sich aus dem Brecher nach Stone Sour zurückzogen und sich das Konzert im Liegen auf der Leinwand anschauten, machte ich mich zum 2. Mal am Samstag auf den Weg, um einen mittigen Platz zu ergattern, und traf dort noch auf Tim und Jochen, die ich aus dem Ringrocker-Forum kenne. Nach ca. 25-30 Minuten Umbauphase konnte es dann losgehen und Machine Head legten erwartungsgemäß alles bereits mit den ersten Tönen in Schutt und Asche. Zwar kannte ich die neuen Songs noch nicht so genau, dennoch konnten sie mich voll mitreißen neben Klassikern wie „Old“, „Ten Ton Hammer“ oder „Imperium“ und „Descend The Shades Of Night“ vom letzten Album. Zum Abschluss wurde mit „Davidian“ den Fans dann nochmals alles abverlangt und die Stimmbänder beim einheitlichen „Let Freedom Ring With The Shotgun Blast“-Schreien schön strapaziert. Nach Killswitch Engage auf jeden Fall mein 2. Highlight am Samstag!

Nach dem Konzert traf ich mich dann wieder mit Nici und Frank, die im Gegensatz zu mir nicht mehr ganz so erschöpft schienen. ;-) Nachdem nochmals einige Euro für Fressalien draufgingen, trafen wir uns an der üblichen Boxengasse 33 wieder mit Marloff, der sich die Smashing Pumpkins angeschaut hatte, aber auch meinte, dass die nicht wirklich großartig waren, was mich doch noch weiter in meiner Entscheidung bestärkte, Machine Head den Vorzug gegeben zu haben. Da keiner von uns mehr Slayer schauen wollte und auch sonst das Nachtprogramm nichts besonderes mehr bot, entschieden wir uns dann wieder nach Bonn zu fahren, wo wir so gegen 2 Uhr ankamen. Auch wenn ich nicht ganz so fertig war wie noch am Freitag, gelangte ich doch recht schnell ins Land der Träume.

Sonntag, 03.06.2007

Und schon brach leider wieder der letzte Tag von Rock am Ring an. Einerseits spürt man zwar spätestens am Sonntag schon jeden Knochen seines Körpers, aber wenn es dann abends vorbei ist oder spätestens wenn man montags aufwacht, denkt man sich immer, dass das Festival ja auch gerne noch einen Tag oder mehrere Tage länger hätte gehen können. Zumindest war das bislang immer das Gefühl, welches ich hatte. Um kurz nach 13:00 Uhr machten wir uns dann mit dem Umweg über die Tanke und die Bank wieder auf zu Frank und Nici, die uns erneut schon erwarteten. Heute schien die Vorfreude aber bei ihnen nicht mehr so groß zu sein, wie noch an den Tagen davor, da der Spielplan zunächst keine großen Highlights aufzeigte. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder am Gelände angelangt und während die anderen 3 sich noch beeilten, um die letzten Klänge von Revolverheld zu hören (*g*), hieß es für mich wieder zur Alterna Stage zu gehen, die sich in diesem Jahr zu meiner Lieblingsbühne entwickelte und wo ich jetzt meinen letzten Auftritt sehen sollte.

Colbie Caillat

In Deutschland zwar noch gänzlich unbekannt, aber trotzdem absolvierte Colbie mit ihrer Band ihre ersten beiden Deutschland-Daten direkt auf den großen Bühnen von Rock im Park und Rock am Ring. Verdanken tut sie diesen Erfolg Myspace, da sie über dieses Portal erst richtig bekannt geworden ist und inzwischen über einen Plattenvertrag mit Universal verfügt. Wie viele andere kannte ich sie im Vorfeld auch nicht, allerdings gefielen mir beim Durchhören der einzelnen Bands ihre Songs, weshalb ich auch schon so „früh“ auf dem Gelände sein wollte. Colbie wirkte anfangs noch etwas verschüchtert aufgrund der vielen Menschen vor der Bühne, was sich aber schnell änderte. Leider schien die Sonne zum Zeitpunkt ihres Auftritts nicht, denn das wäre das optimale Wetter für ihre Musik. Wenn ich es beschreiben sollte, würde ich sagen: Stimmlich erinnert sie ein wenig an Alanis Morissette, allerdings haben ihre Songs zudem noch die Leichtigkeit eines Jack Johnson-Songs, was wohl auf ihre Herkunft aus Los Angeles zurückzuführen ist. Auf jeden Fall hat die Frau richtig Talent und ich prognostiziere, dass sie irgendwann noch groß rauskommen wird. Und dann kann ich immerhin sagen, dass ich bei ihrem 2. Deutschland-Gig dabei war. ;-) War auf jeden Fall ein guter Start in den 3. Festival-Tag. Danach war ausgemacht sich wieder an der Boxengasse zu treffen, wo Frank, Nici und Marloff allerdings nicht erschienen, was dazu führte, dass ich mir Teile von Sunrise Avenue ansehen musste, obwohl ich die recht grausam find. Zum Glück kam nach knapp 2 Liedern der Anruf von Frank, dass sie sich am Metal Hammer-Stand befinden würden, wo ich dann natürlich auch schnell hinging. Danach starteten wir noch einen kleinen Rundgang über das Gelände, da musikalisch nichts interessantes lief zu dem Zeitraum und zumindest ich an den ersten beiden Tagen kaum Zeit hatte, um das Gelände auszukundschaften.

Turbostaat

Turbostaat war dann wieder die erste Band, die zumindest Nici gerne sehen wollte und so machten wir uns auf den Weg zum geliebten Zelt, wo ich den Rest des Nachmittags und des Abends dann größtenteils drin verbringen sollte. Da ich allerdings noch 2 Bekannte zufällig auf dem Weg zum Zelt traf, kamen wir erst etwas später zum Auftritt von Turbostaat hinzu und suchten uns dort dann erst mal nen ruhigen Platz, wo wir sitzen konnten. Im Vergleich zum Konzert von Silverstein am Freitag war es zum Glück noch nicht ganz so voll und ganz so warm, trotz allem war ich froh an dem Tag nur mit ¾-Hose und T-Shirt aufs Gelände gegangen zu sein. Zu Turbostaat kann ich nicht wirklich viel sagen. Hab die Band bereits bei Olgas Rock letztes Jahr gesehen und fand die dort schon ok, wenngleich auch nicht sonderlich spektakulär. Und so war es auch bei den 3-4 Songs, die wir nun noch zu hören bekamen. Auf jeden Fall waren viele Leute wegen Turbostaat im Zelt, da es danach zunächst ziemlich leer wurde.

In This Moment

In die nächste Band In This Moment hatte ich eigentlich viele Erwartungen gesteckt, da mir die Videos, die ich vorher gesehen hatte, doch sehr zugesagt hatten und ich gespannt war, ob die Sängerin den Mix zwischen Walls Of Jericho-üblichem Geschreie und melodischer Stimme hinbekommen würde. Zunächst muss ich sagen, dass ich aber sehr überrascht über ihr Outfit war, da sie mit einem blauen Prinzessinnen-Kleidchen auf die Bühne kam, was ja eigentlich gar nicht zu dem Musikstil passt. Musikalisch gab es dann eigentlich auch nichts an der Band auszusetzen, aber trotzdem packte mich der Auftritt nicht so wirklich. Woran das liegt, kann ich allerdings gar nicht so genau beschreiben. Werde aber wahrscheinlich am 22. Juni nochmals die Chance haben sie beim Serengeti Festival zu sehen, vielleicht bin ich dann mehr in Stimmung für Maria und Co. Frank und Nici hat der Auftritt auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Devildriver

Danach ging es im Zelt direkt mit einer Band weiter, die auch ordentlich auf die Fresse ging. Im Vorfeld hatte ich mir sehr oft deren CD angehört und zog es dann vor, nicht direkt zu KoRn zu gehen, sondern mir den gesamten Auftritt von Devildriver anzuschauen. Und es hat sich in jedem Fall gelohnt und Lieder wie „I Could Care Less“ wurden von den Leuten in den ersten Reihen frenetisch abgefeiert. Zum Abschluss gab es noch einen riesigen Circle Pit, der von vorne bis fast ganz hinten im Zelt reichte. Auf jeden Fall eine Band, die sich live zu sehen lohnt. Und da sie auch am 22.Juni in Schloss Holte zusammen mit In This Moment spielen, werde ich sie auch schon bald wieder sehen. ?

KoRn

Danach ging es ein letztes Mal Richtung Center, auch wenn ich auf KoRn eigentlich gar keine richtige Lust hatte, da sie ebenfalls eine Band wie Papa Roach sind, die ich vor einigen Jahren richtig super fand und die mir inzwischen fast komplett egal ist. Während wir 2006 noch vorne im Brecher standen bei KoRn, saßen bzw. standen wir dieses Jahr ganz weit hinten am Ende der Boxengasse und schauten sie von dort, was mir durchaus recht war, denn vorne war es mal wieder supervoll. Außer dem lustig anzusehenden Circle Pit auf der Leinwand bei Jonathan’s Dudelsack-Solo war nichts an dem Auftritt dabei, was mich vom Hocker riss, sodass ich mich noch vor Ende des Konzerts wieder ins tolle Zelt verzog.

Breed 77

Und wie sich herausstellte, war die Entscheidung bei KoRn früher zu gehen, genau die richtige, denn mit Breed 77 spielte dann die größte positive Überraschung in meinen Augen. Die Jungs aus Gibraltar, die ich vor allem dadurch kenne, da die damals von der Firma promotet wurden, in der ich 1 Jahr als Praktikant arbeitete, lieferten eine Rockshow vom Feinsten ab. Ihr Mix aus Metal, Rock und Latino-Einflüssen sorgte dafür, dass die Gradzahl im Zelt doch gleich wieder um einiges anstieg, da die Leute in den ersten Reihen ordentlich tanzten, sprangen und pogten. Die Band schien auch richtig glücklich und dankbar zu sein, vor so vielen Leuten spielen zu dürfen. Sollte die Band also irgendwann mal in eurer Nähe spielen, so gebe ich euch den Tipp, euch das nicht entgehen zu lassen!

As I Lay Dying

Nach dem Konzert traf ich mich wieder mit den anderen Dreien, die inzwischen auch vom KoRn-Konzert eingetroffen waren und zumindest den Rest von Breed 77 noch mitbekamen. Nach Breed wurde es dann wieder deutlich härter und eine der momentan angesagtesten Metalcore-Gruppen stand mit As I Lay Dying auf dem Programm. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die Band komischerweise bislang größtenteils an mir vorbeiging und ich nur einige wenige Lieder, wie bspw. „94 Hours“ von denen kannte. Das Zelt wurde auf jeden Fall wieder deutlich voller und das obwohl zeitgleich die Ärzte spielten. Und kurz nachdem die Band anfing, wusste ich auch wieso, denn die Jungs lieferten meiner Ansicht nach eine 1A-Metalcoreshow ab. Ich freu mich auf jeden Fall schon mal auf den 30.Juni, wenn ich die Band nochmals beim Vainstream mit mehr Energie sehen kann.

Chimaira

Der Abend wurde langsam spät und die Beine schwer, weshalb erste Stimmen aufkamen, die fragten, ob wir nicht schon vor Chimaira fahren sollten. Da ich die Band aber richtig gut finde, waren alle Bestechungsversuche und Nennungen von Gründen, warum es für mich auch besser wäre eher zu fahren, zwecklos. ;-) Nachdem ich mir das erste Lied noch von weiter hinten mit den Anderen angeschaut hatte, entschied ich mich nochmals die letzten Energien zu mobilisieren und mich vorne in den Moshpit zu begeben. Zu meinem Erstaunen war es dort nicht allzu voll, sodass man richtig angenehm viel Platz hatte, um nochmals abzugehen. Ob nun die Wall Of Death, die Circle Pits oder die normalen Moshpits…alles wurde nochmals mitgemacht, sodass ich nach dem abschließenden „Pure Hatred“ richtig ausgepumpt war, allerdings auch gleichzeitig froh, eine Band gesehen zu haben, die für mich einen guten Abschluss vom diesjährigen Rock am Ring darstellte.

Draußen traf ich dann wieder auf Frank, Nici und Marloff, die es vorzogen, sich noch einen Teil der Ärzte anzuschauen, da der Sound bei Chimaira, da wo wir zunächst standen, wirklich nicht allzu gut war. Zum Glück bot sich Frank an, die Strecke nach Bonn selbst zurückzufahren, sodass ich danach nur noch Marloff zu Hause absetzen musste und von dort aus nach Hause fuhr, wo ich gegen 3 Uhr morgens ankam. Nach knapp 2 Stunden Schlaf ging es dann am nächsten Tag wieder in die Berufsschule.

Fazit: Rock am Ring 2007 hat einfach wieder super viel Spaß gemacht. Danke an Frank, Nici und Marloff für die schöne Zeit!!! Und natürlich auch danke an alle anderen, ohne die ein Festival kein Festival ausmachen würde! Ich freu mich schon jetzt sehr auf Rock am Ring 2008. ? Ach ja, noch was zum Abschluss bzgl. des Club Tents: REIßT DIE HÜTTE AB!!!

hinzugefügt: June 13th 2007
Tester: Chainz